
Autor Gabrielle:
Cider oder Wein; das Okanagan-Valley ist eine wunderbare Gegend, beides zu probieren. Ehrlich gesagt hatten mich die Rotweine bis jetzt noch nicht begeistert. Bis jetzt!

Das Okanagan-Valley erstreckt sich dem 180 km langen gleichnamigen See entlang. Der Namesgeber war der indigene Stamm der Okanagan. Das Tal besitzt ein ausserordentlich günstiges Mikroklima für den Anbau von Obst, Gemüse und zunehmend Wein. Im Sommer scheint die Sonne durchschnittlich anderthalb bis zwei Stunden länger als im weltbekannten Nappa Valley. Hätte ich meine kurzen Hosen anziehen wollen, wäre das der Ort gewesen. 32°!
Die Gegend war ein bunter Mix von Apfel-, Pfirsich- und Aprikosen-Plantagen mit vielen Rebbergen dazwischen. Unser erster Besuch überzeugte uns mässig, die Tipps des Mitarbeiter waren aber grandios. Bei der Kellerei „French Door“, degustierten wir durchwegs tolle Weine zu angemessenen Preisen. Das Feuerwerk zündete, als wir bei Vin amité die quirlige Önologin Cathrine Coulombe kennen lernen durften. Ob weiss, rosé oder rot, alle Säfte gefiehlen mir bestens. Wie auf den Bildern hatten sie in vielen Gebieten massiven Frost und man weiss noch nicht genau, was alles ausgerissen werden muss. Als Dani ihr zum Trost und in Hoffnung auf ein besseres Jahr einen Bergkristall vom Planggenstock schenkte, kullerten ihr die Tränen runter. Mir natürlich auch, ich heul ja schon, wenn unsere kleine Farm am TV kommt!






Als uns eine Cider-Farm empfohlen wurde war das Ziel klar. Wir besuchten die Wards-Cidery in Kewlona, die sich auf hauptsächlich Cider in Dosen abgefüllt spezialisiert hat. Mit der neuen jungen innovativen Önologin sind sie auch ins Partybusiness eingestiegen. Ihre aromatisierten Cider 6.5 Vol. % schmecken hervorragend. Für mich eine tolle Variante, wenn man mal keine Lust auf Wein hat.






Ich war ja schon in vielen Weingütern. Die Internetseite der The Vibrant Vine Winery mit den freakigen Etiketten, machten mich auf dieses neugierig. Was wir antrafen hat alles an schon gesehenen Weinlabeln übertroffen! Beim Eingang erhielten wir eine 3D-Brille, damit wir alle vom Besitzer gemalten Bilder auch entsprechned bestaunen konnten. Und hoppla, die Weine waren herrvorragend. Dass rote Trauben den Rauchgeschmack der Waldbrände des letzten Jahres in der Schale aufnehmen und dieser im fertigen Wein erkennbar ist, habe ich noch nie so degustiert.
PS: 2013 hat das Weingut eine Flasche Weisswein nach Genf zu einem Wein-Etiketten-Wettbewerb eingeschickt. Eigentlich sollten sie eine leere Flasche einreichen. Da aber eine volle in der Schweiz ankam, reichte die Jury diese an die „World Wine Competition Geneva Switzerland“ weiter. Und der Wein gewann den 1. Platz.