
Autor Gabrielle:
Angekommen in Whitehorse durften wir einen tollen Camper fassen. Sandbraune Küche mit 2 Gasplatten, grosser geräumiger Kühlschrank mit Tiefkühlfach, gemütliches Bett mit roter Canada-Decke, Dusche mit warmem Wasser und ein WC. Grosser marmorfarbener Esstisch und mehr als genügend Stauraum. Also alles was man braucht.
Auf dem Segelschiff „La Marie Galante“ auf dem wir drei Schwestern mit unseren Eltern, die meiste Zeit unserer Jugend im Sommer verbrachten, hatten wir zu fünft bedeutend weniger Platz. Da konnte es schon mal passieren, dass unser schnarchender Vater mit einem Padel, von unserer Mutter zu mehr Ruhe ermahnt wurde. Was ihn jeweils, im leicht schaukelden, am Anker hängenden Boot, nicht wirklich beeindruckte.

Die ersten zwei Nächte verbrachten wir auf dem RV (Recreational Vehicle) Park in Whitehorse. Dani machte sich mit dem Fahrzeug vertraut. Wassertanks, Stromversorgung und Abpumpsysteme. Da wir bis jetzt nur mit je einem Koffer unterwegs waren, mussten wir auch mal unsere Ausrüstung aufpimpen. Anständige Schuhe kaufen, funktionelle Hosen und Shirts, Gummistiefel. Die Fischerausrüstung, durfte sich Dani von unserer Gastfamilie in Whitehorse ausleihen. Dani tut sich jedoch schwer, sich von seinen weissen Sneakers zu verabschieden.
Einkaufen ist in Whitehorse schlimmer als im Starbuck! Dreissig Sorten Senf und nicht weniger Hot-Sauces zur Auswahl, da ist Einkaufen im Volg Wassen bedeutend einfacher! Die Einkaufwagen der Einheimischen sind prall gefüllt, wie zu den besten Covidzeiten in der Schweiz. Ausserhalb von Whitehorse gibt es nur noch spärliche Möglichkeiten zum Shoppen, da wirkt der Volg in Wassen wie der Länderpark in Stans. Alles schüttel- und bruchsicher verstaut und es ging los.









Richtung Norden, dem Klondike River entlang, den Spuren der Goldsucher folgend. Vorbei an den Five Finger Rapids. An diesem Nadelöhr im reissenden Klondike, zerschellte schon mancher Goldsucher mit all seinem Hab und Gut.
Gegen Westen machten wir einen Abstecher auf dem Silver Trail Richtung Mayo. Auf dieser Strecke wird immer noch aktiv nach Silber geschürft. Unser erstes Nachtlager „parkierten“ wir am beschaulichen 5-Mile Lake. Nach dem Abendessen versuchte sich Dani zum ersten Mal mit der Fischrute. Nach 10 Minuten spurtete ich schon zum Camper zurück, um den roten Kessel zu holen. Am Angel hing ein stattlicher Hecht (Northern Pike). Danis erschrockenes Gesicht glich dem, des an der Rute hängenden Hechtes.



Das Erlösen und ausnehmen eines Fisches konnten wir schon in unserer gemeinsamen Lehre bei Edgar Reiser im Belvédère Hergiswil üben. Da gab es noch ein Vivier mit lebenden Forellen und eines mit schwarz-braunen Hummern.
Souverän mit dem „Jagdhegu“ schuppte und filetierte Dani den fetten Fisch, welcher am nächsten Tag unser Mittagessen sein sollte.
In meiner Schnupperlehre in der Balm in Meggen, entwischte mir eine Forelle aus dem Netz, mit welchem ich diese, aus dem an der Hauptstrasse stehenden Beckes, fischen wollte. Mit weisser Kochjacke und Schiffchen mit blauen Streifen auf dem Kopf, wurde ich beim Versuch die Forelle wieder in meinen Besitz zu bringen, zum Verkehrshindernis auf der Megger Hauptstrasse…
Unglaublich aber war, tauchten um Mitternacht – es wird ja nicht dunkel also man nutze die Zeit – ein paar junge Girls auf, die tatsächlich in dieser eisigen Pütze schwimmen gingen. Die Lady aus London würden wir 3 Tage später wieder antreffen, wieder in einem See, diesmal mit darin schwimmenden Eisschollen!